Allgemein
Nachhaltiges Wassermanagement in der Bundesliga Effiziente und umweltschonende Technik senkt den Wasserverbrauch und erhöht die Sicherheit in deutschen Fussball-Arenen
24.08.2010 12:05:11 - Frankfurt, 23. August 2010 - Vergangenes Wochenende rollte endlich wieder der Ball: Mit dem Spiel des Titelverteidigers Bayern München gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg ging die Fussball-Bundesliga in ihre 48. Saison. Sechs Wochen nach dem WM-Finale in Johannesburg fieberten die Fans dem Saisonstart der mit Abstand populärsten deutschen Sportart entgegen. Wer wird Meister? Wer steigt ab? Welche Teams qualifizieren sich für das internationale Geschäft? Die Bundesliga-Stadien werden auch diesmal wieder gut gefüllt sein. Doch was sich hinter den schmucken Fassaden versteckt, wissen nur die wenigsten: Allein die sanitäre Versorgung zehntausender Zuschauer ist eine gewaltige Herausforderung an die technische Ausstattung moderner Fußball-Arenen, wie die VDMA-Initiative Blue Responsibility betont.
Fußballverbände setzen Standards
Die Stadien gehören zu den modernsten in Europa und dienen weltweit als Vorbilder für den Stadionbau. Bei ihrer Errichtung respektive ihrem Umbau als WM-Stätte wurden die von den internationalen Fußballverbänden vorgegebenen Rahmenbedingungen wie das Umweltprogramm Green GoalÒ des Fußball-Weltverbands FIFA, welches seit einigen Jahren bestimmte ökologische Mindestanforderungen für WM-Stadien erhebt, ebenso berücksichtigt wie die technischen Standards in den Lizenzierungsbedingun-gen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL). Ein umfangreiches Regelwerk also, das die Qualität der Stadien in puncto technischer Ausstattung sicherstellt - nicht zuletzt im Bereich der Sanitärtechnik.
215.000 Vollbäder bis zur deutschen Meisterschaft
Im Rahmen einer Großveranstaltung fließen enorme Wassermengen durch die Leitungen einer Fußball-Arena. So betrug der gesamte Wasserbedarf der Stadien während der letzten Bundesliga-Saison circa 33 Millionen Liter. 'Dies entspricht dem Inhalt von rund 215.000 Vollbädern', wie Sanitärexperte Wolfgang Burchard, einer der Sprecher der Initiative Blue Responsibility, erläutert. So wird allein an einem Bundesliga-Wochenende mit einem durchschnittlichen Gesamtbesuch von rund 380.000 Zuschauern in den neun Stadien knapp eine Million Liter Wasser verbraucht. Damit lassen sich 25 große Tanklastzüge füllen.
Kilometerlange Rohrnetze für die Versorgung
Um jeden Bereich eines Stadions mit der nötigen Wassermenge zu versorgen ist deshalb ein weitverzweigtes Netz von Trinkwasserleitungen vonnöten. 'Allein im Bauch des Münchener Fußball-Tempels versteckt sich ein Rohrnetz aus Edelstahl mit einer Gesamtlänge von rund 8.000 Metern', weiß Dirk Gellisch, Vertreter der Initiative Blue Responsibility. Dabei sind Langlebigkeit, Hochwertigkeit und Hygieneerhalt bei gleichzeitig wirtschaftlicher Verarbeitung die wichtigsten Aspekte in der Planung der technischen Gebäudeausstattung.
Spitzenverbrauch als besondere Herausforderung
Elementare Aufgaben für Architekten und Ingenieure sind vor allem die effiziente Steuerung des Wassereinsatzes sowie die Sicherung der Trinkwasserqualität. Insbesondere die hohe Spitzenlast vor und nach dem Spiel sowie in der Halbzeitpause gilt es zu bewältigen, ohne dabei die Dimensionen der Trinkwasserinstallationen zu groß auszulegen. Die deutsche Sanitärindustrie schafft hier durch den Einsatz von elektronisch gesteuerten Wassermanagementsystemen gezielt Abhilfe. Diese reduzieren nicht nur automatisch die Fließzeit des Wassers und verringern so die durchlaufende Wassermenge, sondern lösen auch regelmäßige Hygienespülungen aus, welche die Sauberkeit des Wassers garantieren. Möglich wird dies durch Elektronikmodule, die über standardisierte Datentechnologie kommunizieren.
Grauwasser senkt den Verbrauch von Waschbecken und Toiletten
Sanitäre Einrichtungen verbrauchen neben der Spielfeldbewässerung den Löwenanteil des Wassers in einem Fußballstadion. So verschlingt allein die Nutzung von Waschbecken und Toiletten in einer Arena mit 50.000 Plätzen im Jahr etwa 6.000 Kubikmeter des blauen Goldes. Das entspricht umge-rechnet der Wassermenge von drei olympischen Schwimmstadien. Die Verwendung moderner Spülsysteme sowie die Nutzung von Regen- und Grauwasser stellen hier nachhaltige und umweltfreundliche Alternativen dar, die zu einer verbesserten Verbrauchsbilanz beitragen können. Vor allem das aus gering verschmutztem Abwasser (Grauwasser) gewonnene Brauchwasser wird in den Sanitärräumen moderner Fußball-Arenen inzwi-schen mehr und mehr verwendet.
Sanitärräume trotzen Vandalismus - Qualität hilft!
Sanitärobjekte sind in einem Stadion stets besonderen Belastungen ausgesetzt: eine hohe Nutzungsfrequenz und potentielle Sachbeschädigung stellen höchste Anforderungen an das Material. Größten Wert legt die deutsche Sanitärindustrie deshalb neben der Reinigungsfreundlichkeit auf die Stabilität der verwendeten Werkstoffe. Insbesondere neue Verbund- und Mineralwerkstoffe sowie spezielle Beschichtungen leisten hier wertvolle Dienste: Sie sind nicht nur leicht einzubauen und zu pflegen sondern gleichzeitig auch robust - wichtige Eigenschaften für den Einsatz in einem Fußballstadion. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Ausstattung mit hochwertigen Urinalen, Toiletten und Waschtischen auch die Sachbeschädigung in den Sanitärräumen der Stadien immer weiter abnimmt. So hat beispielsweise das Stadion-Management in Gelsenkirchen seit 2001 nur eine Handvoll Sanitärobjekte ersetzen müssen. Ein Ergebnis, dass auch die deutsche Sanitärindustrie zu den Champions zählen lässt!
|